Die Tagzeitenliturgie (Stundengebet) im Gotteslob

Antiphonen zum Stundengebet und vieles mehr

Altes Stundenbuch
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Zu den ganz frühen Gebetsformen des Christentums zählt das Stundengebet (auch Tagzeitenliturgie genannt), welches sowohl von der orthodoxen, römisch-katholischen, der anglikanischen Kirche und den evangelischen Kirchen gemeinsam gepflegt wird. Beim Stundengebet sollen einzelne Tageszeiten mit ihrer Besonderheit vor Gott gebracht werden. Zudem begleitet das Stundengebet den Tagesablauf in der Kirche.

Überblick zu den verschiedenen Zeiten des Stundengebets

Auf dem Konzil von Trient wurde das Stundengebet für die ganze Kirche einheitlich festgelegt und alle drei Stunden gebetet:

  • Vigil oder Matutin (Morgengebet, wird in einigen Orden noch heute um Mitternacht gebetet)
  • Prim (das erste Gebet des Tages zur ersten Stunde, wurde oft unmittelbar vor den Laudes gebetet)
  • Laudes (Morgenlob bei Tagesanbruch, meist um 6 Uhr)
  • Terz (zur dritten Stunde nach den Laudes, also um 9 Uhr gebetet)
  • Sext (zur sechsten Stunde, um 12 Uhr gebetet)
  • Non (zur neunten Stunde, um 15 Uhr gebetet)
  • Vesper (Abendgebet um 18 Uhr)
  • Komplet (Nachtgebet um 21 Uhr)

Mittlerweile ist diese Ordnung im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils etwas gelockert worden. Zudem wurde die früher gebräuchliche Prim abgeschafft.

Antiphonen, Responsorien & Fürbittrufe sind besser singbar

Im neuen Gotteslob wurden die Modelle für das Stundengebet neu gestaltet und auch die damit verbundenen Antiphonen, Responsorien und Fürbittrufe. So lassen sich nun eine Vielzahl der Antiphonen besser singen, da neue Kompositionen ausgewählt und teilweise auch eigens neu komponiert wurden. Ebenfalls sind auch die Responsorien und Fürbittrufe abwechslungsreicher geworden.

Umfangreiche Psalmen-Auswahl

Ingesamt 69 der 150 Psalmen aus dem Psalmenbuch des Alten Testaments finden sich im neuen Gotteslob wieder. Diese wurden nach liturgischen sowie lebensthematischen Schwerpunkten ausgewählt. So werden alle Freunde des Stundengebets die typischen Standards der liturgischen Ordnung der Tagzeitenliturgie in diesem Buch stärker vertreten finden als vorher.

Diese stärkere Gewichtung des Stundengebets geschieht natürlich nicht ohne Grund, denn aufgrund von Priestermangel werden Wort-Gottes-Feiern bzw. so genannte Wortgottesdienste im deutschen Sprachraum immer häufiger. Und dabei rückt automatisch auch das Stundengebet stärker in den Blickpunkt.

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