Die Entstehung des neuen Gotteslob

Hintergründe zur Entwicklung des neuen Gesangbuches

verschiedene Gotteslobausgaben quer
verschiedene Ausgaben im Überblick
Das alte Gotteslob wurde fast 40 Jahren (im Jahr 1975 erschien das Gotteslob) verwendet. In dieser Zeit hat es reichlich Veränderungen in den Bereichen »Umwelt, Gesellschaft und Sprachkultur« gegeben, was eine Überarbeitung des Gotteslobs notwendig gemacht hat. So prägen, im Gegensatz zu damals, heute neben der Eucha­ris­tie­feier andere Got­tes­dienst­for­men wie z.B. die Wort-Gottes-Feier oder die Tag­zei­ten­lit­ur­gie (Stundengebet) sowie das Neue Geist­li­che Lied (NGL) viel stärker das Gemein­de­le­ben.

Dabei macht es der »Strukturwandel der pastoralen Räume« notwendig, den vielen Ehrenamtlichen, die sich aufgrund des Priestermangels immer mehr auch auf dem Gebiet von Liturgie und Gottesdienst engagieren, Hilfestellungen zur Gestaltung von gottesdienstlichen Feiern mitzugeben. Aus diesen Gründen beschlossen im Jahr 2001 die Deutsche und die Österreichische Bischofskonferenz sowie der Bischof von Bozen-Brixen ein neues Gotteslob erarbeiten zu lassen.

Die verschiedenen Entstehungsphasen im Überblick

  1. Gründung einer Unterkommission: Zur Umsetzung des Vorhabens »Neues Gotteslob« wurde 2002 die Unterkommission »Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch« der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz errichtet, deren konstituierende Sitzung am 6. April 2002 stattfand. Dieser Kommission gehören Vertreter der herausgebenden Bischöfe sowie eine Vielzahl von Beratern aus den Bereichen Liturgie, Kirchenmusik, Exegese, Spiritualität und Pastoral an. Den Vorsitz hat der Würzburger Bischof Dr. Hofmann.
  2. Akzeptanzerhebung.: Um Informationen zur Akzeptanz von Inhalten und die Wünsche der Pfarrgemeinden zu bekommen, führte die Kommission im Jahr 2003 eine Akzeptanzerhebung zum derzeitigen Gotteslob mit ca. 2.000 Rückläufen durch. Die Auswertungen dieser Rückläufe bildeten schließlich die Hauptgrundlage zur Erstellung des neuen Buches.
  3. Bildung von Arbeitsgruppen: Als nächster Entwicklungsschritt stand nun im Mai 2004 die Bildung von zehn Arbeitsgruppen für die Bereiche »Musik«, »Texte« und »Gottesdienstliche Feiern« auf dem Programm. Diese wurden mit rund 100 Fachleuten aus den verschiedenen Bereichen besetzt und nahmen kurze Zeit später ihre Arbeit auf.
  4. Erprobungsphase: Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden in einer Probepublikation gedruckt, die an 186 Pfarrgemeinden zur Überprüfung verteilt wurde. Diese Erprobungsphase erstreckte sich im Zeitraum von Advent 2007 bis Pfingsten 2008 und hatte eine überaus positive Rückmeldung zur Folge. Die in der vorausgegangenen Akzeptanzerhebung geäußerten Wünsche und Vorstellungen wurden alle genauso aufgenommen und umgesetzt. Auf die selbe Art und Weise ver­fuhr man par­a­lell auch mit den poten­zi­el­len Materialien für das neue Orgel­buch zum Gotteslob.
  5. Approbation & Recognitio: In der weiteren Entwicklung konnten die Inhalte dann im Jahr 2010 fertiggestellt werden. Anschließend kam es 2011/2012 in sogenannten Modiphasen zur Feinjustierung der Inhalte. Danach wurden sie den herausgebenden Bischöfen zur Approbation (Genehmigung) vorgelegt. Zugleich wur­den auch die geplan­ten Begleit­ma­te­ria­lien zum Gotteslob-Stammteil erar­bei­tet, vor allem das Orgel- und Klavierbuch. Für die Texte der in der Liturgie verwendeten Gesänge musste zudem entsprechend den römischen Vorgaben die Erteilung der Recognitio durch die Gottesdienstkongregation eingeholt werden (siehe Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils).
  6. Druckfreigabe: Im November 2012 erteilten die Bischöfe dann die offizielle Druckfreigabe für das neue Gotteslob. Die Erstauflage beträgt ca. 3,6 Millio­nen Bücher und wurde anhand der bis­he­ri­gen Vor­be­stel­lun­gen als Bedarf ermit­telt und bestellt. Der Andruck erfolgte schließlich im Januar 2013.

Einen guten Überblick zur Entstehung des neuen Gotteslobs bietet auch der folgende Film, den Sie sich anschauen können.

Quellen: