Interview anlässlich der Einführung des neuen Gotteslob im Erzbistum Berlin

Michael Birkner vom St. Benno Verlag über seine Besonderheiten und die problematische Produktion

Rogate-Frage: Seit Sonntag ist das neue Gotteslob endlich auch im Erzbistum Berlin im Einsatz. Wie sehr hat das Projekt die Arbeit des St. Benno-Verlags in den vergangenen Jahren geprägt?

Portraitfoto Michael Birkner
Michael Birkner
Michael Birkner: Die Inhalte des Stammteils im neuen Gotteslob wurden durch eine Expertenkommission der Deutschen Bischofskonferenz erstellt, damit hatten wir also wenig Arbeit. Allerdings lag in unserer Verantwortung der gemeinsame Regionalteil.

Hier galt es die Interessen der fünf (Erz-)Diözesen in der Region Ost so zu koordinieren, dass sich jedes beteiligte Bistum in den diözesaneigenen Inhalten wiederfinden kann und den gemeinsamen Regionalteil als zusätzliche Bereicherung erfährt. Das war eine erhebliche Herausforderung. Des Weiteren tangierte uns die Verantwortung der Produktion, die Vereinbarungen der zahlreichen Nutzungsrechte, die Vertriebswerbung und die Auslieferung des neuen Gotteslob.

Rogate-Frage: Die Einführung war eigentlich am 1. Advent geplant. Was ist schief gelaufen?

Michael Birkner: Mitte September 2013 haben wir erfahren, dass alle Versionen unserer neuen Gotteslobausgabe auf zwei verschiedene Papiersorten gedruckt wurden. Also in jedem einzelnen Buch befanden sich ca. 2/3 der Druckbögen des geforderten Papiers und 1/3 der Druckbögen eines minderwertigeren Papiers. Bei letzterer Papiersorte waren die Seiten zu durchscheinend, d.h., der Druck war zu schlecht lesbar.

Das gleiche Problem betraf 13 andere Diözesanausgaben und so entschieden die Herausgeberbischöfe und der Verlag, auf Kosten der Druckerei einen Neudruck zu fordern. Unsere Gotteslob-Erstauflage wurde daraufhin nochmals komplett auf dem ursprünglich geplanten Dünndruckpapier gedruckt. Somit konnte allerdings auch in der Region Ost der ursprünglich geplante Einführungstermin des neuen Gotteslob zum 1. Advent 2013 leider nicht gehalten werden.

Rogate-Frage: Was ist das Besondere am neuen Gotteslob?

Michael Birkner: Die 1.200 Seiten des neuen Gotteslob bedeuten ca. 25 Prozent mehr Inhalt im Vergleich zur bisherigen Ausgabe. Neben vielen inhaltlichen Änderungen, z. B. neue Lieder, katechetische Hinführungen und Modelle für häusliche Feiern, unterscheidet sich das neue Gotteslob auch in neuem Design und zeitgemäßen Layout, d.h. zweifarbige Gestaltung, Farbtafeln und zahlreiche Illustrationen.

Die neu hinzugekommenen Lieder sind zum größten Teil Neue Geistliche Lieder und Taizé-Gesänge. Zudem kommt es äußerlich etwas großformatiger als sein Vorgänger daher. Das soll der besseren Lesbarkeit dienen. Es enthält darüber hinaus zahlreiche Texte und Impulse, die über die verschiedensten Glaubensinhalte informieren. Den Herausgebern ist wichtig, dass das neue Gotteslob nicht nur ein Gesangbuch ist, sondern ein religiöses Handbuch, welches zum Lebensalltag eines katholischen Christen gehört.

Rogate-Frage: Wie ökumenisch ist die Ausgabe?

Michael Birkner: Kirchengesang ist gerade in unserer Region ein Zeugnis des gemeinsam gelebten christlichen Glaubens. Daher nimmt die Ökumene auch einen wichtigen Stellenwert ein. Das wurde bei der Liedauswahl berücksichtigt. Alle ökumenischen Lieder sind im Gotteslob wie bisher mit dem Buchstaben »ö« bei der Liednummer gekennzeichnet.

Rogate-Frage: Wodurch und wie im Detail unterscheiden sich die Regionalausgaben für die Bistümer, die Sie beliefert haben?

Michael Birkner: Das neue Gotteslob der Region Ost erscheint als Gemeinschaftsausgabe der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg im Leipziger St. Benno-Verlag. Der Regionalteil ist also für alle fünf Bistümer im Gegensatz zu den bisherigen Gotteslob-Ausgaben inhaltsgleich.

Rogate: Herzlichen Dank, Herr Birkner.

Quelle:

rogatekloster.wordpress.com